Hundesport der Spitzenklasse hat am Wochenende in der Denkinger Mehrzweckhalle auf dem Programm gestanden. Der Verein „Dogdance Deutschland“ mit Sitz in Berglen mit ihrer Vorsitzenden Carmen Schmid hatte ein Turnier organisiert. Trotz des umfangreichen Hygienekonzepts war die gesamte Nationalmannschaft angetreten, viele Nachwuchs-Hunde gaben ihr Debüt. Leider musste das Turnier ohne Zuschauer stattfinden.
Es wurden erstklassige Leistungen gezeigt. Hauptorganisatorin Schmid war erfreut über den ungewohnt ruhigen Turnierverlauf. Sie fand es schön, dass man die vielen neuen Tänze der Hundeführer mit ihren Vierbeinern genießen konnte, obwohl sie stundenweise selbst als Richterin tätig war. Die Coronapause hatte für die Mensch-Hunde-Teams Vorteile: Während dieser Zeit wurde viel mehr trainiert. Alle Achtung zollte Hundetrainerin Schmid hauptsächlich den jüngeren Teams, die mit ihrer Arbeit erst angefangen haben. „Was die seit März alles auf die Beine gestellt haben, ist heute eindeutig sichtbar. Normalerweise würde man hierzu mindestens ein Jahr brauchen.“ Das häufige Training hat sich gelohnt, um besondere Feinheiten im Dogdance hervorzuheben.
Zu angenehmer Musik zeigten die Hundeführerinnen mit ihren Lieblingen beeindruckendes Können. Wenn vier Pfoten und zwei Füße zu ausgefeilten Chorografien über die Tanzfläche kreisen, schlagen die Herzen der übrigen Starter höher; sie spendeten oft Applaus. Die Richter waren meistens voll des Lobes. Wer einmal bei einem Turnier das große Spektrum der Teams erlebt, über witzige Choreografien lacht, bei spannenden Vorführungen den Atem anhält, der bekommt Lust auf diesen Sport.
Bei den Vorführungen gab es keine Pflichtübung: Jeder Starter durfte seine eigene Kür zusammenstellen und die besonderen Stärken des Hundes zeigen – ob beim Slalom-Springen über Arme und Rücken, bei den verschiedenen Drehungen seitwärts, rückwärts, was besonders schwierig ist, oder beim Apportieren von Requisiten. Jeder Auftritt hatte etwas Besonderes zu bieten. Viele junge Hunde behaupteten sich zum ersten Mal im Ring. „Es ist eigentlich wie im Theater – jeder hat seine Rolle und will so gut sein wie möglich“, meinte Schmid zum Zusammenspiel von Mensch und Tier.
Ursprünglich waren für das Turnier zwei Startfelder, eines am Vormittag und eines am Nachmittag, mit 1,5 Stunden Pause zum Wechseln und Desinfizieren geplant. Aber die Vorstellung eines fröhlichen Wiedersehens beim „Schichtwechsel“ auf dem Parkplatz ließ die Verantwortlichen schnell umplanen. Es gab nun am Samstag und Sonntag exakt jeweils 25 Anwesende und 38 Hunde – sowie vier Richter, die in Schichten ihre Bewertungen machten. Das Turnier war gleichzeitig die Abschlussprüfung für fünf Neurichter.
Wie eine kleine Umfrage unter den Teilnehmerinnen zeigte, fanden die Starterinnen das Turnier in Denkingen trotz strenger Vorschriften „super und ideal, um ein klein wenig wieder Normalität zu erfahren“. Es zeigte sich, dass Hundedancing ein regelrechter Frauensport ist. Marcel Scheron aus Löne ging als einziger Mann in den Ring.
Monika Gehrig kam mit ihren drei Hunden Chiara, Sem und Darf-Moon aus der Schweiz. Sie findet solch ein kleineres Turnier sehr gut, da man inzwischen fast eine große Familie sei, „wo die Kameradschaft ein wichtiger Teil ist“. Sie nimmt auch an internationalen Meisterschaften teil. Aus Waiblingen kam Corina Gubatz mit ihrem Cookie-Mischling. Bisher hat sie allein im Freien mit ihrem Vierbeiner trainiert – ohne Feedback war sie gespannt, wie er sich im Ring zeigt. Auch Doreen Kuhrt aus Leipzig ging mit ihrem Berger des Pyrenees „Rapide“ zum ersten Mal in den Ring. Die Richter waren von ihren Darbietungen überrascht. Bei ihrem zweiten Auftritt mit Border-Collie „Lacki Luke“ zeigte sie eine tolle Aufführung. „Es lohnt sich, mit ihm zusammen zu arbeiten“, meinte sie.
Für ihre Tanzvorführung wurde Cora Czermak aus München von den Richtern sehr gelobt. Mit ihrer Nachwuchshündin „Pina“ zeigte sie eine kreative Arbeit. Und mit ihrem zweiten Vierbeiner „Steps“ tanzte sie wirklich außer Konkurrenz. Er reagierte auf jeden Befehl der Hundeführerin. Schließlich gehört seine Herrin der Deutschen Nationalmannschaft an und hatte mit ihm bei der letztjährigen Meisterschaft einen sehr guten Preis geholt. „Viel trainieren“, lautet die Devise von Cora Czermak. Sie nimmt die Sache sehr ernst – und Hunde merken dies schnell.
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